Die 6 wichtigsten Gegenstände für die winterliche Bergtour und für den Fall eines Lawinenunglücks

Bei Lawinenunfällen ist die Zeit bis zur Bergung der Lawinenopfer die Variable, welche wesentlich die Chance auf Überleben bestimmt.

Daher spielt die Zusammenstellung und Wahl der Ausrüstung auf Skitouren eine Überlebenswichtige Rolle. Wir haben dir unten die sechs wichtigsten Ausrüstungsgegenstände zusammengestellt, die in keinem Falle auf Bergtouren im Winter oder beim Skibergsteigen etc. fehlen sollten - zur Vorbeugung von Unfällen und für den Fall der Fälle.

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1. Das LVS-Gerät

Zur Ortung und Bergung von Lawinenverschütteten im Rahmen der Kameradendhilfe gehört nach wie vor das Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät) zu den schnellsten und sichersten Möglichkeiten.

LVS-Geräte arbeiten mit einem Sender und Empfänger auf einer Frequenz von 457 kHz (in Abständen von min. 200ms wird ein schwaches Signal von 70ms Dauer gefunkt). Zu empfehlen sind die digitalen LVS-Geräte, die mit drei Antennen die Ortung durch Richtungspfeil und Entfernungsangabe vereinfachen.

LVS-Gerätes kaufen - worauf du achten solltest

Anforderungen an das LVS-Gerät: 

  • Reichweite: Mindestreichweite normgerechter LVS- Geräte beträgt mind. 30 m.
  • Stoßfestigkeit: Normgerechte LVS-Geräte müssen lediglich einen Sturz aus 1,50 m Höhe unbeschadet überstehen. Daher solltest du unbedingt die einwandfreie Funktion jeden Tag mit der Gegenseitigkeitsprobe überprüfen, denn Stürze beim Skifahren, die Stöße auf das LVS-Gerät verursachen, können das Gerät durchaus beschädigen und Funktionsunfähig machen.
  • Temperatur-Bereiche: Temperaturen zwischen −30°C und +70°C müssen LVS-Geräte im eingeschalteten Zustand und über eine Zeitspanne von mehr als 10 Stunden überstehen.
  • Einschaltsicherheit: Unbeabsichtigtes Ausschalten oder Umschalten muss ausgeschlossen sein. Eine Batteriekontrolle muss vorhanden sein.
  • Bedienbarkeit: Leichtes Bedienen des LVS-Gerätes mit Handschuhen und unter Stress sollte einfach möglich sien.
  • Empfang: Auch das Empfangssignal muss klar und frei von Störungsgeräuschen sein.

 

2. Die Lawinensonde

Im Zusammenspiel mit dem LVS-Gerät unterstützt die Lawinensonde vor allem die Punktortung und hilft, sowohl die Lage als auch die exakte Tiefe des Verschütteten festzustellen. Beim Ausgraben bleibt die Lawinensonde als Markierung des Verschütteten stecken, dadurch weiß man, ab wann mit Vorsichtig weitergeschaufelt werden muss.

Lawinensonde kaufen - worauf du achten solltest 

  • Funktionell: Die Lawinensonde sollte stabil, leicht und zum einfachen Verstauen im Rucksack zusammenlegbar sein.
  • Markierungen: zum Ablesen der Maßeinheiten sollten entsprechend gute Markierungen vorhanden sein.
     
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3. Die Lawinenschaufel

Die Chancen zur Bergung eines Verschütteten mit einer Lawinenschaufel ist um ein Vielfaches höher und schneller als der Versuch mit Skiern oder gar den bloßen Händen nach Verschütteten zu graben, was das Unterfangen auf ein 10faches der Zeit ziehen und meist nicht mehr zu einer Lebendbergung führen würde.

Lawinenschaufel kaufen - worauf du achten solltest 

  • Funktionell: Die Lawinenschaufel muss stabil sein aber auch leicht und faltbar für den Rucksack sein.
  • Erweiterte Funktion: Der Bau eines behelfsmäßigen Skischlittens lässt sich durch vorhandene Bohrungen im Schaufelblatt leichter realisieren.
  • Material: Schaufelblätter aus Metall sind Kunststoffblättern vorzuziehen, da diese besonders im harten Schnee bessere Leistung bringen dabei aber unwesentlich schwerer sind.

 

4. Die Rucksack Apotheke

Zur Mindestausrüstung gehört auch immer ein Erste-Hilfe-Set um eine schnelle Erstversorgung bei Notfällen zu gewährleisten. Der Inhalt des Erste-Hilfe-Sets und der Rucksack-Apotheke sollte dabei auf auf die speziellen Bedürfnisse bei Berg- und Skiunfällen abgestimmt aber auch dafür geeignet sein, kleinere Verletzungen zu behandeln. Egal ob Halbtagestour oder längere Unternehmungen, eine Erste-Hilfe Ausrüstung gehört immer in den Rucksack und ist fester Bestandteil einer jeden Tour.

Erste-Hilfe-Set kaufen - worauf solltest du achten

Die Grundausstattung für den Berg sollte folgendes beinhalten: 

  • 1 Steriles Verbandspäckchen (Breite: 8 cm)
  • 3 Heftpflasterstreifen (Länge: 12 cm)
  • 2 einzeln verpackte Pflaster (Maße: 7x5 cm)
  • 3 Steristrips (Maße: 6x75 mm)
  • 1 Tapeverband (Maße: 2,5 cm x 5 m)
  • 1 Wunddesinfektion und 2 Wattestäbchen
  • 1 sterile Kompresse (Maße: 7x7 cm)
  • 1 Paar Schutzhandschuhe (groß)
  • 1 sterile, nicht klebende Wundauflage (Maße: 6x7 cm)
  • 1 Viskose-Dreiecktuch
  • 1 Rettungsdecke
  • 1 elastische Verbandsbinde (Breite: 8 cm)
  • 1 elastische selbsthaftende Binde (Breite: 8cm)

persönlich solltest du auch dazu packen:

  • 10 Schmerztabletten
  • 5 starke rezeptpflichtige Schmerztabletten
  • ein Multifunktionsmesser mit Schere

 

5. Die Orientierung

Beim Skibergsteigen, Skitourengehen, Freeriden und Variantenfahren kommen Karte, Kompass, Höhenmesser, ggf. GPS- Geräte zur Anwendung. Mit diesen Orientierungsmitteln kann man sich auch bei schwierigen Gelände- oder Witterungsverhältnissen zurecht finden.

In der Praxis sind folgende Orientierungshilfen empfehlenswert 

  • Karte: Gute topografische Karte der begangenen Gebiete im Maßstab 1:25000. Sind auch Skirouten eingezeichnet, so ist dies natürlich ein Vorteil..
  • Höhenmesser: In Verbindung mit der Karte ist der Höhenmesser das wichtigste Orientierungsmittel. Sehr präzise und daher geeignet sind mechanisch arbeitende Taschenhöhenmesser. Auch elektronische Höhenmesser, zum Beispiel in Uhren, sind gute Begleiter, die auch über weitere nützliche Funktionen verfügen. .
  • Kompass: Gute Kompasse sind mit einer flüssigkeitsgedämpfte Nadel, eine drehbare Kompassdose und eine einstellbare Missweisung ausgestattet. Klappbarer Spiegel und gute Visiereinrichtung ermöglichen leichteres Peilen. Ein durchsichtiger Boden hingegen dient dem Arbeiten auf einer der Karte. Praktisch für das Skibergsteigen etc. ist ein integrierter Neigungsmesser.
  • GPS-Gerät: Begeht man große Gletscherflächen, so empfiehlt sich der Einsatz von GPS-Geräten. Die wichtigsten Wegpunkte, gar ganze Routen lassen sich im Vorfeld eingeben und vor Ort dann bequem abrufen. Und denke daran, dass auch ein GPS-Gerät den Dienst verweigern kann und somit keineswegs Kartenmaterial ersetzt!
  • Fernglas: Ein kompaktes Fernglas erlaubt das entferntere zu begehende Gelände bereits vom Standpunkt aus zu beurteilen. Gerade im stark verschneiten Hochgebirge ist es ein hervorragendes Hilfsmittel. Für das Skibergsteigen sollte eine 8-10fache Vergrößerung ausreichend sein.

 

6. Der Biwaksack

Vielleicht haben den Biwaksack die Wenigsten in der Liste der 6 wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für den Fall eines Lawinenunglücks erwartet. Beim Biwak dient er als Kälte- und Nässeschutz in erster Linie. Daher ist er aber auch bei Verletzten und Lawinenopfern ein Herausragendes Hilfsmittel. Zum einen kann er vor Unterkühlung schützen aber auch beim behelfsmäßigen Abtransport verunfallter Personen oder als Markierung für die Rettung mit dem Hubschrauber zum Einsatz kommen.

Biwaksacks kaufen - worauf du achten solltest 

  • Universeller in der Anwendung ist in jedem Falle der Zweimann-Biwaksack und sollte dem Einmann-Biwaksack vorgezogen werden.
  • Im Vordergrund steht ein leichtes Gewebe, welches aus sehr strapazierfähigem Material bestehen bestehen sollte. Atmungsaktivität des Materials ist ein kann aber keineswegs ein muss.

 

 Lawinenausrüstung findest du natürlich auch bei uns auf Outdoorpfade in der Kategorie Lawinenschutz und in unserem ODP-Shop auch das Lawinen- und Tiefschneeband von find-me!

 

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